Standort der ehemaligen kurtrierischen Wasserburg des Jagdschlosses Kärlich

1344 wird während der Regierungszeit des Kurfürsten Balduin von Luxemburg (1307–1354) in Kärlich erstmals eine Wasserburg erwähnt. Sie diente der Grenzsicherung des Kurfürstentums Trier und als Stützpunkt bei der Gebietsarrondierung im Nordwesten des Erzbistums.

Um 1480 wurde die Burg durch Kurfürst Johann II. von Baden (1456–1503) am alten Platz durch ein Jagdschloss ersetzt, das 1635 im Dreißigjährigen Krieg zerstört wurde. Kurfürst Carl Caspar von der Leyen (1652–1676) ließ an der Stelle der Ruine von 1654 bis 1660 ein kleines Renaissance-Schloss mit einem Grundriss von 23 x 19 Metern, barockem Dachaufbau und umschlossen von einem etwa 20 Meter breiten Wassergraben errichten. Das Gebäude wurde bevorzugt von dem letzten Trierer Kurfürsten Klemens Wenzeslaus von Sachsen (1768–1802) und seiner Schwester Maria Kunigunde, Fürstäbtissin von Essen, als Sommerresidenz genutzt. Als französische Revolutionstruppen 1794 das Mittelrheingebiet eroberten, steckten sie das Schloss in Brand. Die Ruine wurde danach als Steinbruch genutzt und von der Bevölkerung als Steinbruch völlig abgetragen.