Katholische Pfarrkirche St. Mauritius Kärlich

Das heutige Kirchengebäude hat – durchgehend am jetzigen Standort – eine lange Vorgeschichte. Auszugehen ist von einer kleinen Holz- oder Fachwerkkapelle aus der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts. Sie befand sich als sogenannte Eigenkirche in Privatbesitz. Ihr folgte zu Beginn des 13. Jahrhunderts eine geostete romanische Kirche aus Stein, deren Rechteck-Chor mit drei Kleeblatt-Bogenblenden zwischen Lisenen als südöstlicher Nebenraum der heutigen Pfarrkirche erhalten ist. Aus dem 15. Jahrhundert stammt der rechteckige gotische Anbau im Osten, die heutige kleine Taufkapelle. 1730 errichtete man nach Westen ein neues, barock gestaltetes Kirchenschiff, das etwa 60 Jahre später nochmals erweitert wurde. Nach der Neuplanung einer ebenfalls geosteten neoromanischen Kirche entstand 1903 als erster Bauteil der quadratische, 42 Meter hohe Glockenturm im Südwesten.1931/32 entschied man sich jedoch für eine sich nördlich erstreckende dreischiffige Stufenhalle mit Chor und breitem Chorturm nach einem Entwurf von L. Becker und A. Fallkowski, der die Barockkirche mit Dachreiter weichen musste. Die südliche Fassade hat einen zweifach gestuften Giebel, der durch drei tiefe Blendbögen mit Portalen gegliedert ist. Von Anfang an war die Kirche Tauf- und Pfarrkirche von Kärlich, Mülheim (bis 1884) und für den nördlichen Teil von Weißenthurm (bis 1808). 1217 wurde die Kirche mit dem an sie gebundenen Steuer-Zehntrecht durch Schenkung an das Koblenzer Stift St. Florin übertragen und blieb – wie der zugehörige Florinshof – bis Ende des 18. Jahrhunderts in dessen Besitz.