Ehemaliger Burggarten

Das gesamte Areal zwischen Mülheimer Straße, Kärlicher Straße, oberer Poststraße, westlicher Kurfürstenstraße und Clemensstraße bis zur Burgstraße umfasste bis 1794 den sich vom Kärlicher Schloss her in West-Ost-Richtung erstreckenden, etwa 20 Hektar großen und mit einer Mauer umgebenen Burggarten. Er wurde – zunächst noch in geringerem Umfang – als Nutzgarten zur Versorgung der Burgbesatzung, später von einer Pächterfamilie genutzt. 1654 hat die kurfürstliche Verwaltung ihn bis nach Mülheim erweitert und parkartig im französischen Barockstil gestaltet. Im 18. Jahrhundert kamen auch Elemente englischer Landschaftsgärten hinzu. Damals befand sich, gemeinsam mit dem bis an die Grenze Bassenheims reichenden Landschaftspark aus dem 17. und 18. Jahrhundert, in Mülheim-Kärlich die bedeutendste Gartenanlage des Kurfürstentums. Wie das zugehörige Schloss wurden Burggarten und Park 1794 bei der Invasion der französischen Revolutionstruppen zerstört. Die französische Domänenkammer parzellierte nach 1800 das gesamte Areal und veräußerte es an Privatleute. Die Fläche des Burggartens diente der Bevölkerung nun als Nutzgarten, wurde aber nach und nach, vor allem 1991/92, als Wohngebiet erschlossen und bebaut.