Historischer Stadtrundgang

21 Stationen mit geschichtlichen Rückblicken


Geschichte von Mülheim-Kärlich

Mülheim-Kärlich, bei der rheinland-pfälzischen Kommunalreform 1969 aus den beiden bis dahin selbständigen Gemeinden Kärlich und Mülheim gebildet, erhielt 1996 zum zweiten Mal nach 1346 die Stadtrechte. Der Ort ist heute mit rund 11.500 Einwohnern und 1.629 ha Fläche die größte Kommune der Verbandsgemeinde Weißenthurm.

Der Ortsname Kärlich (Cerillus-acum = Wohnsitz eines Cerillus) stammt aus keltischer Zeit (Latène) vor Christus. Mülheim (Molen-hym =Siedlung mit einer Mühle) wurde in früh-fränkischer Zeit des 6./7. Jahrhunderts im Lützelbachtal gegründet.

Im Zuge der Christianisierung wurde schon im 10. Jahrhundert in Kärlich die für beide Orte gemeinsame Mutterkirche als Eigenkirche im Besitz eines Adeligen errichtet. 1047 (erste urkundliche Erwähnung Kärlichs) übergab der Trierer Erzbischof Poppo, der schon 1018 die Grundherrschaft über Kärlich und Mülheim erhalten hatte, Besitzrechte in Kärlich an das Stift St. Castor (Koblenz). Mülheim wird erstmals 1162 urkundlich im Zusammenhang mit einer Kirche der Abtei Rommersdorf erwähnt. Das Koblenzer Stift St. Florin erhielt 1217 durch Schenkung über 600 Jahre das Zehntrecht in beiden Orten. 1419 erwarb Kurtrier das „Gericht am Bubenheimer Berg“ mit der Hohen Gerichtsbarkeit und damit das gesamte Amt Bergpflege, zu dem von Anfang an auch Kärlich und Mülheim zählten.

Während der französischen Besatzungszeit von 1794 bis 1815 waren beide Orte der Mairie Bassenheim, Departement Rhin et Moselle, zugeteilt. Damals wurde infolge der Säkularisation der adelige und kirchliche Feudalbesitz an Privatpersonen versteigert. 1815 fielen nach dem Wiener Kongress mit den Rheinlanden auch Kärlich und Mülheim an Preußen. Sie waren nun Orte der Preußischen Rheinprovinz in der Bürgermeisterei Bassenheim, zunächst mit Sitz in Rübenach, dann – seit 1867 – des Amtes Weißenthurm, heute der Verbandsgemeinde Weißenthurm im Kreis Mayen-Koblenz.

Mülheim-Kärlich besteht aus den Ortsteilen Mülheim, Kärlich, Urmitz-Bahnhof (Bahnstation seit 1870) und dem Gewerbepark Depot (benannt nach einem Munitionslager von 1904 bis 1916). Wichtigste Wirtschaftsfaktoren waren seit dem 19. Jahrhundert die Landwirtschaft, vor allem Kirschen- und Morellenanbau, aber auch Bims- und Tonabbau bzw. -verarbeitung.

Seit 1967 ist in steigendem Ausmaß der Gewerbepark Depot mit inzwischen über 6.000 Arbeitsplätzen die herausragende wirtschaftliche Grundlage der Stadt. Weit in die Region hinein wirkt als besonderer Anziehungspunkt das Freizeitbad Tauris. Ausdruck eines lebendigen Gemeinschaftslebens in der Stadt sind mehr als 70 Vereine, die sich verschiedensten Aufgaben verpflichtet haben.